Liederkranz-Apollonia


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2011

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Konzert am 8. Mai 2011
mit Frank Düpree und Musikern aus dem
Young Generation Orchestra

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„Von feurigen bis lichten Spähren“
„Seltenes Klangerlebnis für Sänger und Zuhörer“
Badisches Tagblatt und Badische Neueste Nachrichten vom 10. Mai 2011
Fotos: Rainer Wollenschneider


Es gehört mit zu den schönsten Erlebnissen eines Chorsängers, einmal zusammen mit einem großen Streichorchester zu singen. Nicht irgendein Orchester hatte sich der Männerchor des Liederkranz-Apollonia ausgesucht, sondern das Young Generation Orchestra und seinen Gründer und Dirigenten Frank Düpree. Dass sie mit ihm auch gleichzeitig einen ausgezeichneten Pianisten ausgewählt hatten, versteht sich von selbst.


Voll besetzt war die Badner Halle am Abend des Muttertags, als das Orchester frisch und zügig die wenigen Einleitungstakte der Freimaurerkantate „Dir, Seele des Weltalls“, KV 429 von Wolfgang Amadeus Mozart intonierte. 1785, kurz nachdem Mozart in die Loge „Zur Wohltätigkeit“ eingetreten war, hat er die Kantate komponiert, mit der der sehr gut besetzte Männerchor das Konzert eröffnete. Bestens von ihrem Dirigenten Rudolf Peter vorbereitet präsentierten sich die Sänger, gefielen durch schlank geführte Melodiebögen in allen Registern, sprachen klar und akzentuiert und reagierten hellwach auf die differenzierten dynamischen Anweisungen ihres Dirigenten, fanden ein zartes Piano ebenso wie ein entschiedenes Forte. Wer sich beim „Bundeslied“ KV 623a ebenfalls von W.A. Mozart leise an die österreichische Nationalhymne erinnert fühlte, lag so falsch nicht: Auch dieser Chorsatz gehört in die Rubrik „Mozart als Freimaurer“.
Nach der Pause entführte der Männerchor mal mit Klavierbegleitung (Frank Düpree), mal a-capella in die Welt der musikalischen Romantik. Von Franz Schubert erklangen „Das Dörfchen“, das „Nächtliche Ständchen“ und „Zum Rundtanz“.
Dass es die Chorsätze von Franz Schubert „in sich haben“, gespickt sind mit technischen Finessen und filigran zueinander gesetzten Chorstimmen, das zeigt sich immer dann, nachdem das Hauptthema vorgestellt wurde.
Dem Männerchor gelang es ein ums andere Mal, die dichte Harmonik und formalen Verflechtungen so plastisch zu gestalten, dass sich der Zuhörer gut durch das Werk geführt fühlte.

Frank Düpree erwies sich als ein einfühlsamer Begleiter, der zum einen ein sicheres Fundament bot, zum anderen die emotionalen Facetten gemeinsam mit den Sängern auslotete und zusätzliche Farbe gab. Wohl gelungen auch das Robert Schumann-Lied „Zigeunerleben“ op. 29 Nr. 3. „Im Schatten des Waldes“ beginnt der Text und entfaltet eine düstere Szenerie, die im Morgengrauen wie ein Spuk entschwindet. Nur der Rauch der Feuer lässt die wilde Nacht ahnen. Temperamentvoll begeben sich die Männerstimmen in diese fremde Welt.
Nicht in feurige, in lichte Sphären entführten die Musiker(innen) des Young Generation Orchestra mit dem „Siegfried-Idyll“ von Richard Wagner, einer Liebeserklärung an seine Frau Cosima zu ihrem 32. Geburtstag.

Es begeisterte, wie filigran und fein die Streicher die differenzierten Harmonien intonierten, wie federleicht die Bögen über die Saiten glitten, wie prononciert Akzente gesetzt wurden, wie variabel sie Szenen entwarfen. Es flirrte und leuchtete, war warm und transparent, tupfte zart viele verschiedene Facetten der Gefühle an. Präzise und schön im Klang auch die Bläser, die den Naturcharakter diese „Idylls“, das Wagner in Gedanken an die Geburt seines Sohnes Siegfried schrieb, unterstrichen.

Einen wesentlichen Part spielten die Bläser auch bei W.A. Mozarts Klavierkonzert KV 453 mit Frank Düpree als Pianist und als Dirigent. Dass die Kommunikation zwischen der Auswahl des YGO und ihrem Dirigenten stimmt, war hier besonders deutlich festzustellen, denn ohne große Anweisungen konnte sich der junge Pianist auf seine Partitur konzentrieren, die er brillant darzubieten wusste. Natürlich fasziniert bei Düpree immer wieder die Leichtigkeit und Noblesse, mit der er technische Schwierigkeiten meistert, wichtiger aber ist, wie er die musikalische Idee erspürt und hörbar machen kann. Er liest Mozart und liest Mozart gleichzeitig vor.
Barbara Gutmann führte fundiert und mit viel emotionalem Gespür für die Werke durch das Programm, das mit „Musica begleite unser Leben“ KV 623 von W.A. Mozart zu Ende ging. Das „Wiegenlied“ von Johannes Brahms als stürmisch erbetene Zugabe von Chor und Orchester führte die Besucher nach diesem Konzerterlebnis in die laue Sommernacht hinaus.


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